Lügen für die Wahl

Was die großen da abziehen (bzw vorhaben) ist ja schon nicht mehr normal:

Änderungen im Waffengesetz, Netzzensur, Verbot von Killerspielen und Paintball, usw.

Aber nartürlich hat das alles seine gründe: Die Netzzensur soll Kinderpornographie bekämpfen, die Änderungen im Waffengesetz sollen Amokläufer stoppen, das verbot von Paintball und Killerspielen soll verhindern das weitere Amokläufer entstehen. Doch warum kommt das ausgerechnet im Jahr 2009? Die Möglichkeit der DNS-Sperren gibt es schon länger, die angebliche Killerspiel-problematik wird auch schon seid 2004 diskutiert. Neu ist lediglich die Diskussion um Paintball.

Aber erstmal zu meinen Vermutungen was die einzelnen Maßnahmen bringen:

Netzzensur / DNS-Sperren (+ Stopschild mit Überwachungsfunktion):

Da ich keinen mit allzu technischen begriffen belasten will, erkläre ich die DNS-Sperren mal an nem anderen Beispiel: Stellt euch das Internet als eine Stadt vor. Jede Seite ist ein Haus / eine Wohnung. Und die DNS-Sperre ist ein Absperrband um ein Bestimmtes Haus (eine Seite mit kinderpornographischen Inhalten) und daneben eine Kamera, die alle die dem Haus zu nahe kommen Fotografiert, während das Absperrband verhindert das sie nahe genug ran kommen um rein zugucken. Doch damit nicht genug, denn alle Fotos der Kamera wandern zur Polizei, und wer zu oft an solchen Häusern vorbei läuft, der bekommt Besuch. Nur leider hat die Politik übersehen, dass das Absperrband nur vor dem Haus wirkt. Man kann immer noch über einen Nebenstraße zum Hintereingang und wird nicht mal von der Kamera “gesehen”.

Aber, da es so viel versprechend klingt, und der schritt in richtung Medienzensur damit getan wäre, freuen sich die Politiker und wollen nix anderes hören. Ich denke allerdings, das es jedem Einleuchtet, die Häuser ab zureissen statt Absperrband davor zu kleben.

Im übrigen fallen mir Spontan 3 Möglichkeiten ein um DNS-Sperren zu umgehen, eine davon erfordert absolut kein technisches Verständnis und man muss nicht mal eine Einstellung am Computer (oder dem Router) ändern.

Ich bin genauso gegen Kinderpornographie wie alle anderen auch, und genau aus diesem Grund fordere ich in dem Punkt mehr Zusammenarbeit mit dem Ausland um entsprechende Seiten nich nur zu sperren, sondern diese komplett (und mit sämtlichen auf den Servern befindlichem Material) zu entfernen und die Inhaber und Kunden so weit wie möglich strafrechtlich zu verfolgen.

Nun zur Killerspieldebatte:

Vorweg: Es ist kein anstieg der Jugendkriminalität zu erkennen. Eher das Gegenteil ist der Fall. Genaueres hier: Tagesspiegel.

Wer jetzt also meint wir hätten ein zunehmendes Problem mit Jugendgewalt, das durch Killerspiele noch verstärkt wird / wurde, soll mal die Jugendkriminalstatistik mit den Verkaufszahlen von “Killerspielen” vergleichen. Ergebnis: Je beliebter die Killerspiele wurden, desto weniger Jugendgewalt.  Vom statistischen Teil nun zum Psychologischem. Es gibt Studien, die besagen das Killerspiele aggressiv machen, und auch ich hab erlebt wie Freunde von mir beim Spielen aggressiv wurden. Aber habt ihr mal als Beifahrer im Straßenverkehr die Reaktionen des Fahrers beobachtet? Die Palette reicht da von Fluchen, Mittelfinger-Zeigen, Auf Lenkrad/Armaturenbrett schlagen bis hin zu dramatischen fällen, wo fahrer ausgestiegen sind um den anderen die Meinung mit Gewalt kundzutun. Auch Fußball löst bei vielen sehr starke Aggressionen aus, wenn die gegner der Lieblingsmannschaft nen Tor geschossen haben oder sogar Gewinnen.

Das man also beim Verlieren eines Spiels aggressiver ist als sonst, liegt nicht daran das man Pixelfiguren mit Virtuellen Waffen ins Grab befördert, sondern ist schlicht und ergreifend Menschlich.

Dann bringen viele noch das Argument, entsprechende Spiele würden die Hemmschwelle für Gewalt senken.  Wer jemals solche Spiele gespielt hat, weiß das es nicht um das Pure töten, sondern um das Gewinnen geht. Viele Spieler würde es nicht stören, wenn man sich mit bunten Bällen bewirft und bei ausscheiden schlicht verblasst. Warum dann möglichst echte Waffen und warum immer Menschen? Weil die Idee der perfekten virtuellen Welt schon mindestens so alt ist wie das erste Computerspiel. Man will als Käufer gute Grafik, echte Pyhsik und passendes Flair haben. Und was passt besser zu einem Taktik-Spiel als Krieg?

Resümee: Killerspiele lösen weder in besonderem Maße Aggressionen aus, noch senken sie bei geistig gesunden Menschen die Hemmschwelle zur gewalt oder gar zum Töten. Wer das nicht glauben will, kann hier, hier oder hier selber testen ob solche Spiele gefährlich sind. (Anmerkung: der Verlinkten Projekte sind Open Source, weder Indiziert noch Zensiert und haben keine Altersbeschränkung)

Die Änderungen im Waffengesetz werd ich demnächst erläutern (und warum sie Schwachsinn sind), da ich keine zeit mehr hab hier weiter zu schreiben.

Ich hoffe ihr könnt mit meinen Gedanken was anfangen,

Mfg, Terrorkuh

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4 Antworten zu „Lügen für die Wahl“

  1. Muss nicht jeder wissen sagt:

    Lieber Terrorkuh,
    Ich stimme dir in deinen Ansichten über die Kinderpornografie und die Killerspieldebatte voll und ganz zu.
    Ich selbst spiele einige von diesen gebrandmarkten “Killerspielen” und bin ein total “normaler” Mensch. Wobei wir das Wort “normal” an dieser Stelle disskutieren könnten. Aber Fakt ist, meine INtelligenz sinkt nicht mit dem genuss dieser Spiele und ebensowenig meine hemmschwelle. Dazu trägt hingegen Alkohol große Schuld, wie du sicherlicht selbst mal erlebt haben wirst. Aber ich bin natürlich nicht für ein Alkoholverbot, Deutschland und die Deutschen sind für das deutsche Bier ja weltweit bekannt, aber dass bei seite.

    In der Kinderpornografie teilt sich meine Ansicht mit deriner in dem Punkte, dass Personen die Kinderpornografische Seiten ins Netz stellen, sowie jene Personen die Kinder entführen und missbrauchen nichts anderes als mörder-der-geistigen-gesundheit sind. Und ein Mörder gehört meiner Meinung nach nicht auf diese Welt. Ebenso sehe ich Terrorismus so kritisch an, und ein Amokläufer sollte man in dem Punkt ebenfalls als einen Terroristen einstellen, da er (aus welchen Gründen auch immer[soziale Kriese/Rache/Anderes]) Menschen tötet.
    Sicherlich hört sich das beim ersten lesen etwas extrem an, aber wer einen Menschen tötet hat den Tod verdient, ebenso wer die geistige Gesundheit eines Kindes ermordet.

    Kritisiert mich und meine Meinung, aber ich stehe dazu.

    Ps: ich werde deine Seite weitestgehendst bekannt machen, da sie sehr disskusionsanregend ist.

    Mfg. Du weißt schon wer.

    • terrorkuh sagt:

      Mörder mit dem Tod bestrafen ist Sinnlos. Wenn du einen Mörder 60-70 Jahre einstperrst, bestrafst du ihn viel mehr, als wenn du ihn einfach tötest.
      Strafen für verbreiter von Kinderpornographie und sonstige Pädo-Kriminelle sollte man ebenso lebenslänglich einsperren – und allen mithäftlingen mitteilen warum er einsitzt.

  2. Muss nicht jeder wissen sagt:

    Aber für die Haftkosten muss dann der Staat und somit eigentlich die Bevölkerung zahlen. Somit hat der inhaftierte alle rechte eines deutschen Staatsbürgers und sitz nur im Knast. Er hat ein schönes Bett, einen Fernseher oder Radio, Freilaufzeiten und und und… Und sowas ist für mich nicht akzeptabel, dass ich; oder besser WIR, für den Häfling alles bezahlen.

    Eine simple Gefängnisszelle wie sie in alten Wild-West cartoons gezeigt würd reicht da vollkommen aus. Einfachheit in höchster präzision. Eine Matte auf dem Boden, ein Laken und eine Decke. Was brauchen sie mehr? Ein Häfling ist jmd. der eine Sündtat begangen hat und daher keinen komfort verdient.

    Auf wiederschreiben.
    MFG. Muss nicht jeder wissen

  3. LastGunman sagt:

    Danke für diesen Beitrag!

    LastGunman (der pazifistische “Killerspiele”-Fan)

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